Aktueller Stand


Atommüll-Endlager Asse II: Verfüllung wird bis zum Jahre 2009 fortgesetzt

Die von der niedersächsischen Landesregierung versprochene Erklärung des illegalen Atommüllendlagers Asse II bei Wolfenbüttel zur Altlast steht weiterhin aus. Ein Gutachten zur Gefahrenabschätzung wurde erstellt, das am 3.6.94 im Umweltministerium in Hannover der AAA vorgestellt wurde. Da ein nicht mehr beherrschbarer Wassereinbruch ("Absaufen") nicht ausgeschlossen werden konnte, empfahlen die Gutachter die Verfüllung der leerstehenden Abbauhohlräume (insgesamt ca. 2,5 Millionen m3) an der Südwestflanke mit Salz. Ziel der Verfüllung ist es, die Standfestigkeit der Abbaue durch die Einbringung von Versatz zu verbessern und langfristig zu sichern. Fast unbemerkt von der Öffentlichkeit begann 1995 Jahr die Verfüllung; voraussichtlich bis zum Jahre 2009 sollen täglich 7 Güterzüge mit 35 Waggons mit einer Tagesleistung von 900 Tonnen zwischen 6 und 22 Uhr nahezu die gleiche Menge Salz wieder in die Asse bringen, die bis 1960 herausgeholt wurde. Die Gesamtkosten der Verfüllung werden etwa 300 Millionen DM betragen! Von der AAA wird insbesondere kritisiert, daß dieses Vorhaben nach Bergrecht genehmigt wurde und nicht nach Atomrecht. Nach Bergrecht ist im Gegensatz zum atomrechtlichen Verfahren eine Beteiligung der BürgerInnen und ein Langzeitsicherheitsnachweis nicht erforderlich. Da eine akute Gefährdung des Asseschachts, welche ein schnellstmögliches Handeln nach Bergrecht plausibel machen würde, von den Gutachtern nicht gesehen wurde, war uns das Beharren auf dem bergrechtlichen Verfahren nicht einsichtig.

Durch die Wiederverfüllung der Hohlkammern von Asse II mit Salz sieht sich die AAA in ihrer Auffassung bestätigt, daß die Betreibergesellschaft jahrelang die Endlagerung von schwach- und mittelaktivem Atommüll in einem nicht standsicheren Salzbergwerk durchgeführt und vermutlich bewußt in Kauf genommen hat.


Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Zuletzt aktualisiert 10. Juni 2001 von Manfred Kracht